08. Januar 2013
Das Buch dass ich gerade nächtelang verschlungen habe heisst Splitter und ist von Sebastian Fitzek. Der Psychothriller beschreibt die Geschichte eines Mannes, der mit dem Auto einen Unfall verursacht bei dem seine hochschwangere Frau stirbt – er aber nur leichte Verletzungen davon trägt. Wochen später entdeckt er in einer Zeitung eine Anzeige von einer Privatklinik, die Erinnerungen löscht. Er lässt sich darauf ein und was dann passiert lest ihr – wenn es Euch interessiert lieber selber nach.
Die Frage, die ich mir aber nun schon ein paar Tage stelle ist die: Käme so etwas für mich infrage? Wenn man den Gedanken mal weiterspinnt und so etwas künftig möglich wäre, in wie weit verändert das uns Menschen, wenn wir einfach hingehen können und schlimme Erlebnisse aus unserem Gehirn löschen könnten?
Blicken wir dann am Ende unseres Lebens nur auf schöne Dinge zurück? Weiss man die schönen Dinge überhaupt noch zu schätzen? Einen Sonnenuntergang findet man doch nur schön, wenn man weiss wie dichter Nebel die Sonne verdeckt, oder ein gutes Essen weiss man doch erst zu schätzen wenn man Hunger gelitten hat. Kann man die Nähe eines geliebten Menschen noch würdigen, oder die eigene Gesundheit wenn man gar nicht weiss wie es ist krank und einsam zu sein? Weiss man Ehrlichkeit zu würdigen wenn man das dumpfe Gefühl einer Lüge nie erfahren hat?
Auf der anderen Seite habe ich bisher Dinge erleben müssen, die ich gerne löschen würde. Den Verlust eines ungeborenen Kindes beispielsweise oder die Diagnose nur noch 6 Monate zu Leben. Aber haben nicht gerade diese Dinge mich auch zu dem Menschen gemacht der ich heute bin? Mit all meinen Facetten, mit meinen guten und schlechten Eigenschaften, mit der Liebe, dem Groll, der Wut in mir. Mit der tiefen Demut, Dankbarkeit und dem festen Glauben dass alles das was uns in unserem Leben passiert zu unserem Wohl ist, auch wenn es weh tut, ja uns vielleicht auch an den Rand des Erträglichen bringt? Wäre ich heute die Petra, die ich bin?
Ich glaube nicht.
Schon lange hat mich kein Buch mehr so zum Nachdenken gebracht….

Eine Antwort zu “”

  1. Friedo sagt:

    Jedes Erlebnis im jeweiligen Leben hat seinen Sinn. Nach meiner Überzeugung dient es unserer Seele dazu vollkommener zu werden. Das Geheimnis dabei ist, dass wir nicht wissen, wie diese Vollkommenheit aussieht. Wir kennen auch den Weg dahin nicht. Manchmal erahnen wir ihn im Nachhinein- vielleicht – , wenn uns besondere Geschehniise passiert sind, postive oder negative. Manchmal brauchen wir auch die Unterstützung eines nahen Menschen, um uns auf einen Lichtblick des Weges aufmerksam zu machen.
    Jeder hat seinen eigenen Weg. Wann er zu Ende ist … und ein neuer anfängt ;-), kann m.E. nicht durch die Diagnosen unserer Medizin beantwortet werden. Leider wird der Lebenswille durch solche Diagnosen negativ beeinflußt – erreicht also das Gegenteil von dem, was eigentlich Medizin erreichen sollte, nämlch Hilfe zum Leben. Je stärker die eigene Kraft ist, je stärker an die eigene Schöpfungskraft geglaubt wird, um so eher ist es möglich, das zu erreichen, was die Medizin dann nicht mehr erklären kann. LG

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