Archiv für Juli 2010

Anteilnahme

Montag, 26. Juli 2010

Das was am Samstag bei der Loveparade in Duisburg geschehen ist sorgt Deutschlandweit für Furore.

Man sieht Bilder, die man lieber nicht sehen möchte.

Man hört Kommentare, die man lieber nicht hören möchte.

Man sieht und hört die Pressekonferenz, die besser hätte verschoben werden sollen, so wenig Antworten wie dort gegeben wurden.

Man sieht andere Teilnehmer des Events, die hautnah Menschen sterben sahen, man möchte lieber nicht wissen, was sie erlebt haben.

Man sieht und hört Duisburger Bürger, die sich schämen aus der Stadt zu kommen, ob der Entscheidung der Stadt, die Loveparade so auszurichten.

Ich fühle mich im Moment wie zu der Zeit des 11. September, zu der Zeit des Tsunami im indischen Ozean und wie zu der Zeit des Erdbebens auf Haiti: Betroffen, traurig, unbehaglich beim Anblick der Bilder, unsicher wie ich mich verhalten soll.

Hätte ich diese Betroffenheit, wenn ich nicht die ganzen Bilder sehen würde?

Entsteht so Anteilnahme? Oder schüren solche Bilder nur den “natürlichen Voyeurismus?”

Wäre ich so traurig, wenn ich nicht genau erklärt bekommen hätte wie die Menschen dort gestorben sind?

Ich muss gestehen dass ich es nicht weiß. Also bitte nicht falsch verstehen, aber wenn ich nicht fast “live” dabei gewesen wäre, wüsste ich ja auch nicht diese ganzen tragischen Dinge, die dort passiert sind. Genau wie bspw. am 11.09.2001. Auch heute kann ich es immer noch nicht verstehen, was dort passiert ist , wenn ich die Bilder der beiden Flugzeuge sehe, die in die Gebäude rasen. Ich habe Ground Zero live gesehen und die Größe der “Wunde” hat mich wirklich umgehauen….

Mein Neffe wollte zur Loveparade, ist aber aus irgendwelchen Gründen nicht gefahren – Gott sei Dank. Ich kann und möchte mir nicht vorstellen, wie es uns (Familie) gehen würde, wenn ihm dort etwas passiert wäre.

Ich glaube viele Menschen denken im Moment so wie ich: Gott sei Dank niemand den ich kannte.

Trotzdem bin ich unendlich traurig über die 19 Toten und meine Gedanken sind bei den Familien der Toten und Verletzten. In deren Erinnerung sind sie unsterblich…

Versager

Mittwoch, 14. Juli 2010

… so nannte mich heute mein allerliebster Kollege.

Ja, richtig Versager, aber er lächelte dabei, ich geh also davon aus, dass er es lieb gemeint hat, aber man weiß ja nie….grins

Was war passiert?

Ich habe gestern abend beschlossen, dass unbedingt alle Leser unserer Stadtteilzeitung nun langsam wissen sollten, dass ich ab 01.08. eine Hausbesuchspraxis habe. Also habe ich den netten Herrn vG von meinen Werbern angerufen und ihn gebeten 1300 Seiten meines vortrefflichen Briefpapiers zu drucken, da ich dieses für eine Beilage in unserer Stadtteilzeitung benötige. Gut sagt Herr vG, bis wann brauchen sie das Papier? Nun sage ich, da wir eh am Donnerstag einen Termin haben, würde ich das dann gerne mitnehmen, damit ich die Seiten bedrucken, auf DIN A5 zurechtschneiden und dann dem anderen Werbemenschen (der Stadtteilzeitung) diesen Beileger geben kann. Hmmmmmmmm, sagt Herr vG, wollen wir das nicht für sie drucken? Sie duzen doch Herr C jetzt ( 1. Den Chef von Herr vG und 2.Frage: Was hat das damit zu tun, oder habe ich nur wieder etwas falsch verstanden?), aber egal ;o),  das kostet sie auch nix extra….Hört hört, lieb von ihm dachte ich, da das Geld ja erst mal verdient werden muß, was ich dort an Werbung ausgebe. OK sage ich erfreut, ich mach die Datei fertig und maile sie ihnen rüber….

Prima dachte ich, 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen, ich muß nicht die halbe Nacht vor meinem Drucker sitzen und, was noch viel schlimmer ist, meine Mitbewohnerin muß nicht die Nacht von Donnerstag auf Freitag damit verbringen die 1300 Beileger von DIN A 4 auf DINA 5 zu schneiden….

Gut, gesagt, getan, ich bekomme auch heute mittag prompt ein Exemplar des Beilegers zum „Drübergucken“ und was soll ich sagen?: ICH BIN EIN VERSAGER…. So was von professionell, superhyperdupertoll, sagte ich schon professionell? Und was sagt Herr vG dazu als ich ihn anrief? „Waren doch nur 10 Minütchen Arbeit“ JA NEEEE ISS KLAR!

Dieses ultracoole Beilegerlein hat mit meiner Vorlage nix, aber auch gar nix mehr zu tun!

ICH BIN EIN WERBEVERSAGER

Aber das supertolle ist ja: Ich muß auch nicht alles können, ich kann dafür Homöoapthie, Ohrakupunktur und sie nicht Herr vG….ätsch

Grins

Hitzige Grüße

Bis bald, es sei denn mein Gehirn ist völlig ausgedörrt!

Die Klaviatur des Lebens

Samstag, 10. Juli 2010

Vorfreude:

Ich habe meinen Urlaub ein halbes Jahr im voraus gebucht. Flug und Hotel separat, ich weiß wohin ich will und bin nicht der Pauschaltourist….

6 Monate Vorfreude; Erinnerungen an den letzten Aufenhalt auf der Insel; Gespräche über den Urlaubsort mit Freunden und Bekannten; Blicke auf den Kalender; Motivation den Arbeitsalltag zu bewältigen – ist ja bald soweit!

Und dann?

Im Handumdrehen sind die 10 Tage auf der Trauminsel rum – wie nix – sach ma geht´s noch????

Ein unmotivierter Arbeitstag geht nicht so schnell rum wie 10 Tage Traumurlaub…

Vorfreude II:

Das ich das Bestehen meiner Prüfung feiern möchte steht für mich schon 1 Jahr fest!

Nachdem ich dann tatsächlich bestanden habe, hat es noch fast 3 Monate gedauert bis ich einen geeigneten Termin gefunden hatte.

WO ich feiern möchte stand ganz schnell fest: Dank Frau P. vom W-hof V!

Und dank Frau P musste ich mich um nichts kümmern, das heißt ich hatte auch hier 3 Monate Vorfreude auf das Ereignis; Einladungen schreiben und verschicken; Gedanken über das Buffet machen; Zusagen “überwachen”; Outfit bedenken; Wetter bedenken; und dann?

Ein Fingerschnipps und der Abend ist vorbei – sach ma?????? usw….

Tja und dieser Fingerschnipps war gestern. Bewusst ohne Familie (bzw. mit denen habe ich zum Teil schon gefeiert, bzw. da steht noch ein Essen aus…)

Von 19 Uhr bis 4 Uhr schön gefeiert, liebe Gäste gehabt, gaaaaaaaaaaaaaaanz tolle Geschenke bekommen, obwohl das größte Geschenk der Abend selbst war.

Und jetzt isses schon vorbei – sach ma??????

Aber soll ich Euch mal was sagen? Es gibt etwas, was 1000 mal besser ist als die Vorfreude:

ERINNERUNG

Denn die währt ewig!

In diesem Sinne noch mal ein gaaaaaaaanz dickes Knutschi an alle, die den gestrigen Abend mitgestaltet haben.

Danke